Bitte mehr Verständnis und Toleranz für psychische Erkrankungen!

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Heute ist wieder mal einer meiner sentimentalen, nachdenklichen Tage. Meistens um meinen Eisprung oder der Regel rum, zur Zeit naht der Eisprung. Ich fange dann an und zweifle an mir selbst: bin ich wirklich eine gute Mutter, mache ich alles richtig, werde ich auch meinem Mann noch gerecht und, und, und…

Noch dazu belastet es mich, das ich wegen meiner Angsterkrankung nicht arbeiten gehen kann. Zwar hört man es eher selten direkt, aber indirekt bekommt man doch öfters vermittelt das man ja wahrscheinlich nur keine Lust zum Arbeiten hat. Ich finde das so ungerecht. Wenn ich könnte, dann würde ich auf jeden Fall wieder arbeiten gehen wenn Mausi im Kindergarten ist, aber ich schaffe es derzeit einfach noch nicht.

Seit etwa 2,5 Jahren kämpfe ich gegen die Krankheit an und bin so stolz was ich bisher erreicht habe. Warum weiß man das als Außenstehender denn nicht zu schätzen? Warum immer unterschwellig solche Andeutungen? Klar verstehe ich, wenn man keine Angsterkrankung oder ähnliches hat, dann weiß man nicht wie hart das sein kann, aber kann man dann nicht einfach akzeptieren? Muss immer wieder Druck kommen? Das verstehe ich nicht. Leben und Leben lassen, gilt das nicht mehr?

Ich möchte keine Lobhudelei, aber auch ich würde mich ab und zu mal über ein nettes Wort, oder etwas mehr Anerkennung freuen.

Mitleid brauche ich keines, das bringt mich auch nicht weiter, aber ein bisschen mehr Verständnis für die Situation. Wenn jemand Grippe hat, dann versteht jeder wie dreckig es einem geht und man versteht auch, das man am liebsten im Bett bleiben möchte. Warum nicht auch bei Menschen die Angsterkrankungen, Depressionen usw. haben? Weil man die Krankheiten nicht sehen kann?

Ich wünsche mir einfach mehr Verständnis und Toleranz für Menschen mit psychischen Erkrankungen, das man sie ernst nimmt und sie nicht als simulierende, faule Spinner abtut. Ist das zu viel verlangt?

Welche Erfahrungen habt Ihr denn damit gemacht? Oder habt Ihr selbst keine psychische Erkrankung, habt aber jemanden im Familien,- oder Freundeskreis?

Über Eure Antworten freue ich mich sehr.

Liebe Grüße, Eure Nicole.

2 thoughts on “Bitte mehr Verständnis und Toleranz für psychische Erkrankungen!

  1. Du sprichst mir aus der Seele Nicole!
    Ich empfinde es auch als unglaubliche Belastung, nun schon seit Monaten nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Gleichzeitig ist es Unsinn, dass wir uns deshalb Vorwürfe machen – schließlich sucht man sich so eine Angststörung ja nicht aus! Bekommst du denn wirklich zu HÖREN, dass Leute dich für faul halten? Oder hast du “nur” diesen Eindruck? Ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, dass ich mir dank meiner Unsicherheiten sehr oft und gerne einbilde, was andere wohl über mich denken. Wie sie über mich und meine Erkrankung urteilen. Was aber objektiv betrachtet oft Blödsinn ist.
    Ich arbeite daran, mir weniger Sorgen und Gedanken um andere zu machen (was super schwer ist, vor allem weil Angststörungen – trotz ihrer Verbreitung – ja so ein Tabu sind) und vor allem: stolz zu sein. Auf alle noch so kleinen Fortschritte! Wir rocken das! Nach jeder Nacht kommt auch mal wieder ein Sonnenaufgang 🙂

    1. Hallo liebe Tatjana,
      vielen Dank für Deine Antwort und die offenen Worte. Ja, es ist noch ein Tabu, obwohl mittlerweile so viele Menschen davon betroffen sind.
      Ich bekam es auch schon mal direkt gesagt. Das tat sehr weh, aber ich lasse so etwas nicht mehr an mich ran.
      Genau wie Du bin ich sehr stolz was ich schon erreicht habe.
      Wir schaffen das!
      Liebe Grüße,
      Nicole.

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